Noch nie war der Gas-Wechsel so einach

Studie: Zu schwache Gaspreissenkungen

Nur die Hälfte der möglichen Preisrückgänge wurden von den deutschen Gasversorgern an ihre Kunden weitergegeben. Zu diesem Schluss kommt nach Informationen der “Saarbrücker Zeitung” eine jüngst veröffentlichte Studie, die von der Bundestagsfraktion der “Grünen” in Auftrag gegeben wurde.

Demnach hätten die Preisrückgänge beim Gas im Deutschland aufgrund der fallenden Ölpreise und der derzeitigen Marktsituation eigentlich doppelt so hoch ausfallen müssen, als sie es sind. Die zum zweiten Quartal realisierten Senkungen um durchschnittlich 12 Prozent seien zu schwach und würden den Gasversorgern ungerechtfertigte Mehreinnahmen ermöglichen,so die Gutachter. Bereits in den ersten Monaten hätten diese sich mehrere hundert Millionen Euro zusätzlich auf dem Rücken ihrer Kunden erwirtschaften können. Bis zum Ende des Jahres würde dieser Betrag bei gleichbleibender Preispolitik gar auf 1,6 Milliarden Euro ansteigen. Gleichzeitig bedeute dies für einen Haushalt, der einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden aufweist, nicht gerechtfertigte Mehrausgaben von 150 Euro. Um diese Missstände zu korrigieren, halten die Studienautoren eine weitere Preissenkung um 15 Prozent zur Jahresmitte für angemessen.

Grüne sehen Schuld bei großer Koalition

Unterdessen haben die Auftraggeber der Studie längst den Schuldigen für die Misere ausgemacht. Wie es sich für eine Oppositionspartei gehört, kreiden die Grünen in Person ihrer stellvertretenden Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn die angeblichen Verfehlungen der Bundesregierung an: “Der Wettbewerb auf dem Gasmarkt entwickelt sich leider nur zögerlich, weil die Bundesregierung ähnlich wie beim Strommarkt die Auseinandersetzung mit den großen Platzhirschen scheut”, sagte Höhn der “Saarbrücker Zeitung”.

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