EWE verkauft VNG-Anteile an EnBW
Nach der gescheiterten Kooperation mit dem Leipziger Gashändler Verbundnetz Gas AG hat der Oldenburger Versorger EWE den Verkauf seiner Anteile in Höhe von 47,9 Prozent bekanntgegeben. Ob der Käufer wie geplant EnBW heißen darf, muss das Kartellamt noch prüfen.
EnBW könnte mit einer Großaktionärsstellung bei der VNG AG, die der drittgrößte deutsche Gashändler nach Vattenfall und Wingas ist und einen Marktanteil von 15 Prozent besitzt, seine bislang schwache Gassparte erheblich aufbessern. Der Konzern strebt daher eine strategische Partnerschaft mit den ostdeutschen Unternehmen an, im Zuge derer er zusammen mit den Kommunen und anderen beteiligten Aktionären zukunftsfähige Konzepte entwickeln will. Das Bundeskartellamt hat jedoch bereits Zweifel angemeldet, ob die dadurch vor allem in Ostdeutschland entstehende Machtstellung der beiden Konzerne nicht zu groß sei und den Wettbewerb gefährde. Angesichts dieser Bedenken hat EnBW-Chef Hans-Peter Villis der Behörde inzwischen einen “konstruktiven Kompensationsvorschlag” vorgelegt, wie er der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” mitteilte. Er sei daher zuversichtlich, die Genehmigung letztendlich doch zu erhalten.
EWE zeigt sich enttäuscht
Der EWE-Konzern, der sich nun nach mehreren Jahren letztendlich erfolgloser und von Konflikten geprägter Beteiligung von seinen VNG-Aktien trennen will, äußerte sich enttäuscht über das gescheiterte Kooperationsprojekt: „Die Idee, dass ostdeutsche und westdeutsche Kommunen VNG gemeinsam weiterentwickeln, hat sich leider nicht umsetzen lassen”, so EWE-Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Brinker in einer Pressemitteilung. Daher sei eine Beteiligung nicht mehr sinnvoll. Die Oldenburger hatten sich bereits vor einiger Zeit im Zuge eines erbitterten Machtkampfes mit der VNG-Führung und mehreren beteiligten Kommunen überworfen. Der dabei von der EWE erlittene Kontrollverlust und die geringen Aussichten auf eine konstruktive Zusammenarbeit ließen am Ende wohl kaum eine andere Entscheidung als die nun getroffene zu.
Ob der Nutznießer dieser Entwicklungen am Ende nun die Energie Baden-Württemberg ist oder sich EWE einen anderen Käufer suchen muss, liegt in den Händen der VNG-Hauptversammlung und des Bundeskartellamtes. Das Geschäft ist an den Einstieg von EnBW bei EWE in Höhe von 26 Prozent gebunden.
Posted: Juni 9th, 2009 under Allgemein.
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