Noch nie war der Gas-Wechsel so einach

Gazprom beliefert bald auch China

Der russische Gaskonzern Gazprom hat auf dem Gasmarkt eine Monopolstellung und ist der hauptsächliche Gasversorger des europäischen Westens. Zurzeit laufen Verhandlungen mit China, denn auch der asiatische Staat hat einen immer größeren Bedarf an Gas. Gründe dafür sind das Wirtschaftswachstum und das Bevölkerungswachstum. Seit ein paar Jahren schon gehört China zu den Ländern deren Wirtschaft am schnellsten wächst. Ausländische Firmen investieren vermehrt und siedeln sich in China an. Das Bevölkerungswachstum ist eines der größten Probleme Chinas und das bereits seit Jahrzehnten. Durch die Ein-Kind-Politik, an der die chinesische Regierung seit 30 Jahren festhält ist das Wachstum mittlerweile nicht mehr explosionsartig, aber dennoch deutlich wahrnehmbar. In den nächsten Jahren wird nach Expertenmeinung der Gasbedarf in China noch weiter steigen, so dass ein Vertrag über Lieferungen mit China für Russland sehr lukrativ sein wird. Ab 2015 sollen die ersten Lieferungen in den Osten erfolgen, wenn bei den Verhandlungen alles nach Plan verläuft.
China kann sich dann zu den viele anderen Staaten gesellen, die ihr Gas aus Russland beziehen. Diese Staaten haben sicherlich nicht nur gutes über die Russen zu erzählen. Der deutsche Gaslieferant E.on beispielsweise geriet im letzten Jahr in einen Konflikt mit Gazprom. Auf dem europäischen Gasmarkt gab es in den letzten beiden Jahren, bedingt durch die Wirtschaftskrise, einen Rückgang der Gasnachfrage. E.on war es also nicht möglich die abgenommenen Gasmengen zu verkaufen und wollte deshalb, dass Gazprom weniger Gas liefert. Gazprom berief sich jedoch auf die Mindestabnahmeregelung, die im Vertrag vereinbart wurde und wollte, dass diese auch weiterhin eingehalten wird. Daraufhin gab es einen Streit, bei dem keine Seite nachgeben wollte. Mittlerweile haben sich die Vorstände der beiden Unternehmen jedoch zusammen gesetzt und führen Gespräche über eine mögliche Verschiebung der Zahlungen und Lieferungen.
Der geographische Nachbar Russlands, die Ukraine, liegt häufig auch im Streit mit Russland wegen verspäteter Zahlungen. In der Vergangenheit hat Russland dann die Gaslieferungen gestoppt und so dafür gesorgt, dass auch die westeuropäischen Länder mit weniger Gas auskommen mussten, da durch die Ukraine die wichtigste Transitpipeline verläuft.

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