Neues von der Nabucco-Pipeline und von Gazprom
Den Rückgang der Gasnachfrage hat der russische Konzern Gazprom kaum zu spüren bekommen. Im dritten Quartal von 2009 konnte der Energieriese seinen Nettogewinn um über 30% im Vergleich zum Vorjahr steigern.
Einen solchen Anstieg des Nettogewinns haben auch die Analysten nicht erwartet und so wurden sie alle überrascht als Gazprom am Montag in Moskau seine Gewinne des vorletzten Quartals bekannt gab. Geschafft hat der Gaslieferant aus Russland diese Steigerung mit Hilfe von niedrigen Steuern und günstigen Wechselkursen.
Der Umsatz litt aber unter den Folgen der geringen Gasnachfrage in Europa, schließlich sorgt Gazprom für ein Viertel des europäischen Gasbedarfs. Schuld an der zurück gegangenen Nachfrage war zum einen die Wirtschaftskrise, zum anderen die alternativen Energien, die werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass der Marktanteil Gazproms weiter abnehmen wird.
Entscheidung über Bau der Nabucco-Pipeline wird 2010 getroffen
Auch die geplante Nabucco-Pipeline wird dazu beitragen, dass die Abhängigkeit Europas von Gazprom und somit auch von Russland weniger werden wird. Der Bau steht zwar noch nicht ganz fest, Ende diesen Jahres soll aber endlich darüber entschieden werden.
Seit Herbst 2009 wird mit den möglichen Investoren verhandelt, denn noch immer ist nicht ganz klar woher die veranschlagten 7,9 Milliarden Euro, die das Projekt kosten soll, herkommen sollen. 2011 könnte mit dem Bau der Pipeline begonnen werden, zumindest nach Aussage des Nabucco-Sprechers. Die Gasleitung wird eine Länge von 3300 Kilometern haben und von der Türkei über Bulgarien, Rumänien, Ungarn bis nach Österreich verlaufen.
Um das Risiko möglicher Krisen zu minimieren will das Konsortium mehrere Länder mit der Gaslieferung beauftragen. Dazu gehören unter anderem Aserbaidschan, Turkmenistan, Ägypten und wahrscheinlich auch der Irak.
Sollte es Ende diesen Jahres einen endgültigen Baubeschluss geben und tatsächlich 2011 mit den Bauarbeiten begonnen werden, könnte bereits 2014 das erste Gas fließen. Langfristig gesehen sollen über die Nabucco-Pipeline 30 Kubikmeter Gas pro Jahr nach Europa transportiert werden.
Posted: Februar 5th, 2010 under Allgemein.
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